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Kreiselternrat: Behinderte Schüler richtig integrieren

Einzelförderung soll erhalten bleiben

Von Kai-Uwe Ruf

WOLFENBÜTTEL. Der Wolfenbütteler Kreiselternrat unterstützt Pläne, Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam zu unterrichten. "Wir sind für dieses Prinzip. Aber wenn man es umsetzt, sollte man Geld in die Hand nehmen, damit es den Kindern nachher besser geht als vorher", sagt Kreiselternratsvorsitzender Michael Kyma.

An Grundschulen sei zurzeit nicht sichergestellt, dass Schüler mit Lernbehinderungen ausreichend betreut würden. Die Einzelförderung in den Bereichen Lernen, Sprache und Verhalten, die Förderschulen bieten, müsse erhalten bleiben. Der Kreiselternrat werde sich dafür einsetzen, dass ausreichend Geld und Material zur Verfügung stehe.

Inklusion wird der Prozess genannt, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Die Inklusion geht auf eine Forderung der UN aus dem Jahr 2008 zurück.

Ab Beginn des Schuljahrs 2012/13 soll sie in Niedersachsen umgesetzt werden. Der Kreiselternrat kritisierte, dass dabei Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen ausgeschlossen bleiben sollten. Die Inklusion gelte nur für Kinder mit Lern-, Sprach- oder emotionalen Behinderungen. "Das ist nicht hinzunehmen", betonte Pressesprecher Andreas Meißler. Landeselternratsmitglied Elke Schmidt kritisierte, dass es in Niedersachsen bislang noch keine konkreten Inhalte für die geplante Inklusion gebe.

Deutliche Kritik übte der Kreiselternrat auch an der geplanten Oberschule. "Das bringt keine Vorteile zum bisherigen Schulsystem", sagte Schmidt. Zusammengelegte Haupt- und Realschulen gebe es bereits. Zusätzlich angeboten würden eine halbe Sozialpädagogen-Stelle, zwei Nachmittage Unterricht und kleinere Klassen. Dafür müsse man laut Schmidt keine Oberschulen ins Leben rufen: "Das hätte man auch anderen Schulformen zu Gute kommen lassen können."

Qualitätsverbesserungen sehe der Kreiselternrat nicht, kritisierte Meißler. Vorsitzender Kyas vermisste gymnasiale Zweige, die an die Oberschulen angebunden würden: "Man müsste dort das Abitur machen können." Er vermisse schulische Möglichkeiten, die Zahl der Abbrecher zu verringern. Kyas: "Wir brauchen eine Schule, die die Qualität steigert, damit weniger Jugendliche ohne Abschluss und Perspektive die Schule verlassen."

Quelle: Braunschweiger Zeitung , Wolfenbüttel: 29. Januar 2011, Wolfenbüttel Lokales, Seite 64

 

 


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